Zahnfleischentzündung

Eine oft unentdeckte und weit verbreitete Gefahr

Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) ist die Zahnfleischentzündung (wissenschaftlich Gingivitis) eine der häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. [1]. Experten halten Zahnfleischentzündungen für eine leichte Parodontalerkrankung. Bei Erwachsenen kommt es häufig vor, dass sich diese Erkrankung in eine mittelschwere oder eine schwere Parodontitis entwickelt. In Deutschland leiden etwa 80% der Erwachsenen an leichten (wie z.B. Zahnfleischentzündungen) und moderater Parodontitis. 

1. Was ist Zahnfleischentzündung? 

Der Zahnhalteapparat, wissenschaftlich Periodontium (griechisch: peri= rund, odon = Zahn) genannt, besteht aus Weich- und Hartgewebe: Gingiva, Wurzelzement Alveolarknochen, Periodontalligament [2]. Das Zahnfleisch (Gingiva) ist der äußerste Bestandteil des Zahnhalteapparates (Parodontium). Ein gesundes Zahnfleisch ist ein festes Gewebe und bei Kaukasiern hat es gewöhnlich einen lachsfarbenen Ton. 

Gingivitis ist eine komplexe Entzündungsreaktion des Zahnfleischgewebes auf bakteriellen Zahnbelag oder Biofilm. Im Prinzip ist es eine Abwehr gegen Infektionen. Die tieferen Strukturen (Alveolarknochen und Periodontalligament) sind nicht betroffen. Wenn jedoch das viel Plaque vorhanden ist, kann eine Gingivitis zu ernsthafteren Problemen wie Parodontitis führen; aber dies tritt nicht immer auf. Bei guter und ganzheitlicher Behandlung ist sie jedoch langfristig reversibel [3]. 

Zahnerkrankungen sind progressiv und deshalb sollte man vorbeugen. Eine chronische Gingivitis führt in der Regel zu Parodontitis und von der mit der Zeit zum Zahnverlust. 

2. Zahnfleischentzündung (Gingivitis): Ursachen und Symptome

Obwohl als Hauptursache die mangelnde Mundhygiene angesehen werden kann, gibt es auch Zahnfleischentzündungen, die nicht durch Plaque oder Biofilm hervorgerufen werden. 

Ursachen von Zahnfleischentzündung

  • Tabak: Rauchen bewirkt eine Verringerung der Sauerstoffversorgung des Zahnfleischgewebes und erleichtert das Eindringen von Bakterien in das Zahnfleisch. 
  • Virus- oder Pilzinfektion. 
  • Mangelhafte Ernährung: Insbesondere Vitamin- und Mineralstoffmangel kann zu
    Zahnfleischerkrankungen oder Zahnverlust führen [4]. 
  • Medikamente: Einige Medikamente zur Kontrolle des Blutdrucks und bei Herzerkrankungen, Immunsuppressoren oder Antiepileptika können Gingivitis verursachen. 
  • Genetische Disposition: Diejenigen, deren Eltern eine Zahnfleischentzündung hatten, haben ein erhöhtes Risiko, diese ebenfalls zu entwickeln [5]. 
  • Schlechte oder unzureichende Zahnhygiene: Wenn die Zähne nicht regelmäßig oder nicht mit der richtigen Technik geputzt werden und keine Zahnseide verwendet wird, können sich Biofilm (Plaque) und Zahnstein bilden, die das Zahnfleischgewebe krank machen können. 
  • Krebs, Diabetes und HIV: Diese Kranheiten können das Risiko von Infektionen oder schlechter Heilung am Zahnfleisch und anderen Körpergeweben erhöhen. 
  • Menstruationszyklus und der Schwangerschaft auftreten: Das Zahnfleisch kann empfindlicher werden, was das Risiko einer Entzündung erhöht. 
  • Veränderungen der Hormone: Dies kann während der Pubertät, der Menopause, des Menstruationszyklus und der Schwangerschaft auftreten. Das Zahnfleisch kann empfindlicher werden, was das Risiko einer Entzündung erhöht. 

Symptome einer Zahnfleischentzündung

  • Mundgeruch, der nicht durch Lebensmittel verursacht wird und nach dem Zähneputzen nicht verschwindet.
  • Hellrotes oder violettes Zahnfleisch
  • Weiches Zahnfleisch
  • Blutungen beim Zähneputzen oder bei der Verwendung von Zahnseide
  • Eingezogenes oder geschwollenes und entzündetes Zahnfleisch
  • Zartes Zahnfleisch, das bei Berührung schmerzhaft sein kann
  • Lockere Zähne bei Erwachsenen
  • Eiterndes Zahnfleisch

Einige Symptome können deutlicher auftreten, während andere nur leicht in Erscheinung  treten, daher sind regelmäßige Zahnarztbesuche so wichtig [4]. 

Leider unterschätzt aufgrund mangelnder Kenntnisse mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung die leichten Symptome, wie die regelmäßigen Zahnfleischblutungen [6]. 

3. Wie entsteht eine chronische Zahnentzündung? 

Die Anfänge einer Gingivitis sind durch eine Entzündung gekennzeichnet, die im Allgemeinen durch die Ansammlung von Biofilm oder Plaque hervorgerufen wird. In dieser Phase ist sie nicht sichtbar. Später verliert das Zahnfleisch durch einen Verlust von 60 bis 70% Kollagen seine Festigkeit. Es handelt sich um eine frühe Gingivitis, die 4 bis 14 Tage anhält. Darauf folgt eine manifeste oder etablierte Gingivitis mit leichten oder auch nur akuten Symptomen, die auch chronisch werden können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden [7]. 

Die Heilung der chronischen Gingivitis erfordert eine Änderung der Hygiene-, Ess- und Bewegungsgewohnheiten. Eine chronische Krankheit kann auf keine andere Weise geheilt werden. Die Unterstützung alternativer Therapien kann eine große Hilfe sein, um dieses Problem loszuwerden und sich einer ganzheitlichen Gesundheit erfreuen zu können. 

4. Zahnfleischentzündung durch Vitaminmangel 

Eine Ernährung, die arm an Gemüse und reich an Zucker und Stärke ist, wirkt sich ungünstig auf die Gesundheit des Mundsystems aus. Die Hauptfolgen sind das Auftreten von Karies und eine höhere Inzidenz von Parodontalerkrankungen, wie z.B. Gingivitis. Um diesen Problemen entgegenzuwirken, kann es sinnvoll sein, spezifische Ernährungsempfehlungen zu befolgen und die Versorgung mit Vitalstoffen, insbesondere mit Vitamin C, Folsäure, Vitamin D, Kalzium und Fettsäuren, zu optimieren. 

Aktuelle Studien bestätigen, dass Patienten mit Parodontalerkrankungen im Vergleich zu gesunden Probanden niedrigere Serum-Vitamin-C-Spiegel aufweisen. In diesem Sinne kann die Optimierung der Vitamin-C-Versorgung eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung der parodontalen Gesundheit spielen [8]. 

Dafür gibt es zwei Hauptgründe: 

  • Vitamin C unterstützt die Funktion der weißen Blutkörperchen, krankheitserregende Bakterien zu deaktivieren. 
  • Vitamin C spielt eine wichtige Rolle bei der Kollagensynthese und hilft, den Verlust der Zahnfleischfestigkeit zu verhindern. 

Neben Kalzium, einem essentiellen Mineralstoff für die Mundgesundheit, zeigen neuere Studien auch die Bedeutung der täglichen Einnahme von Kalium in Kombination mit Vitamin D. Sie kann nicht nur durch die Einnahme von Tabletten, sondern auch durch den Verzehr geeigneter Nahrungsmittel optimiert werden. Es ist wichtig, fachkundigen Rat einzuholen, da jeder Fall individuell ist. 

Eine Nahrungsergänzung mit Folsäure ist ebenfalls notwendig, vor allem bei schwangeren Frauen. Durch die Supplementation von Folsäure bei schwangeren Frauen werden die Entzündungszeichen des Zahnfleisches signifikant reduziert [9]. Folsäure wirkt als Co-Faktor bei der DNA-Synthese und verbessert die Wundheilung. 

Schließlich sollten Fettsäuren als Hilfsmittel im Verlauf der Entzündung in Betracht gezogen werden. 

5. Wie Zahnfleischentzündung behandelt wird? 

Eine Zahnfleischentzündung im frühen Stadium kann durch häusliche Biofilmkontrolle und professionelle Zahnreinigung (PZR) kontrolliert werden. Akutere oder chronische Fälle erfordern jedoch eine sorgfältigere Überwachung durch den Zahnarzt und in einigen Fällen sind ganzheitlichere Therapien oder in schwereren Fällen Operationen erforderlich. 

Zu den alternativen Behandlungsmethoden gehören: 

6. Fazit 

In der gesunden Mundhöhle finden sich mehr als 700 verschiedene Arten von Bakterien. Die meisten von ihnen sind nützlich und harmlos, aber andere können negative Auswirkungen haben. Das Wachstum dieser Bakterien erzeugt einen Biofilm, der an den Zähnen haftet, und wenn er nicht richtig entfernt wird, setzen die Bakterien toxische Stoffwechselprodukte frei, die sich am Zahnfleisch festsetzen und eine Zahnfleischentzündung hervorrufen. Bleibt die Zahnfleischentzündung über längere Zeit unentdeckt und unbehandelt, erstreckt sich der Entzündungsprozess auf den gesamten Zahnhalteapparat. Dies führt zum Krankheitsbild der Parodontitis. Entzündetes Zahnfleisch ist also das Ergebnis eines Immunabwehrprozesses gegen diese Bakterien. Obwohl es sich um eine kleine Erkrankung zu handeln scheint, sollte sie ganzheitlich behandelt werden, mit richtiger Ernährung, Vitamineinnahme und regelmäßigen Besuchen beim Zahnarzt. 

7. Quellen 

[1] Cholmakow-Bodechtel, Constanze et al (2016). Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). https://www.idz.institute/publikationen/buecher/fuenfte-deutsche- mundgesundheitsstudie-dms-v.html

[2] Gängles, Peter et al (2005). Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

[3] Wolf, Herbert und Hassel, Thomas (2006). Periodontology. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

[4] Torpy, Janet et al (2008). Periodontal Disease. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/181412

[5] Newman, Tim (2018). Causes and treatment of gingivitis. https://www.medicalnewstoday.com/articles/241721

[6] Bayerische LandesZahnärzte Kammer. Professionelle Reinigung. Gesundheit pur für die Zahne. [7] Wolf, Herbert und Hassel, Thomas (2006). Periodontology. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

[8] Staudte, Henrike (2015). Ernährung und Nährstoffe in der Prävention und Therapie von Störungen im Zahn-Kiefer-Bereich. Zs. für Orthomol. Med, 1:3-8.

[9] Thomson, M.E. and Pack, A.R.C. (1982), Effects of extended systemic and topical folate supplementation on gingivitis of pregnancy. Journal of Clinical Periodontology, 9: 275-280. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7047579/

[10] Zusammenfassung der Vorträge des Kongresses anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Internationalen Gesellschaft für Oxyvenierungstherapie e.V. http://www.oxyvenierung.com/zusammenfassung-der-vortraege-des-kongresses-anlaesslich- des-40-jaehrigen-bestehens-der-internationalen-gesellschaft-fuer-oxyvenierungstherapie-e-v/

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